Der
Wahlkampf 2010 in den USA, der jetzt glücklicherweise zu Ende geht,
markiert einen weiteren Abstieg des amerikanischen Zwei-Parteien-Systems
in politischen Schwachsinn.
Nicht eine der wichtigen Fragen, vor denen
die amerikanische Bevölkerung steht, wurde ernsthaft diskutiert, weder
die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression, noch zwei
Kriege, Armut, Hunger, Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen, noch der
Angriff auf demokratische Rechte oder die schlimmste Umweltkatastrophe
in der amerikanischen Geschichte. Die meisten Probleme kamen überhaupt
nicht zur Sprache.
Stattdessen bewarfen sich die Kandidaten der
Demokraten und der Republikaner gegenseitig mit Schmutz und Albernheiten
und arbeiteten mit Täuschungen und offenen Lügen in einem selbst für
amerikanische Wahlen beispiellosen Ausmaß. Die beiden Parteien und
diverse Gruppen gaben mehr als vier Milliarden Dollar aus. Diese Gruppen
wurden von der Wirtschaft allein zu dem Zweck finanziert, den jeweils
anderen Kandidaten zu verleumden.
Der Löwenanteil dieser Summen
floss in den Ankauf von Fernsehzeit für die Verbreitung von
Wahlkampfwerbung, die am letzten Wochenende ihren Höhepunkt fand. Es war
unmöglich, eine Nachrichtensendung, einen Film, eine
Unterhaltungssendung oder eine Sportübertragung anzuschauen, ohne dass
man einer Lawine von geradezu unvorstellbarem Schmutz ausgesetzt war.
Die im Stakkato-Tempo vorgetragenen bösen Lügen benebelten alle Sinne.