Warum nur Gaddafi und nicht auch Bush
Co.?
Weder der Generalbundesanwalt noch der
Programmdirektor des Fernsehsenders ARTE haben damit rechnen können,
daß die Einleitung eines Emittlungsverfahrens gegen den libyschen Staatschef
Gaddafi durch den Generalbundesanwalt am gleichen Tag der Öffentlichkeit
bekannt wurde, an dem ARTE zur Hauptsendezeit den 85-Minuten Beitrag
der Investigativjournalistin Marie-Monique Robin Folter - Made
in USA ausstrahlt. Und doch wollte der Zufall es so.
Ziel des Ermittlungsverfahren ist es
laut Erklärung eines Sprechers der Bundesanwaltschft in Karlsruhe,
Gaddafi Verbrechen gegen die Menschlickeit auf der Grundlage des Völkerstrafgesetzbuches
nachzuzweisen und sie dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur
Verfügung zu stellen, und mit ihrer Sendung am 21.Juni 2011 in ARTE
hatte sich Marie-Monique Robin die Aufgabe gestellt, Beweise dafür
zu liefern, Bush Co. wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen
die Menschlichkeit, der Verletzung der Genfer Konvention und amerikanischer
Gesetze wie dem War Crimes Act aus dem Jahr 1996, das den Einsatz von
Folter mit der Todesstrafe beziehungsweise mit lebenslanger Haft ahndet,
vor Gericht zu bringen.
Bereits einen Tag nach den Terroranschlägen
vom 11 .September 2001 leitete Vizepräsident Dick Cheney ein Geheimprogramm,
das Folter als Verhörmethode legalisieren sollte, wobei sich die Bush-Regierung
von Anfang an der Tatsache bewusst war, dass sie